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Rubrik: Neue Norm DIN EN 82079 – Was im Vorfeld der technischen Dokumentation gefordert ist

Für die letzten Jahre war die europäische Norm DIN EN 62079 mit dem Titel „Erstellen von Anleitungen“ das Standardrüstzeug der technischen Redaktion. Diese einschlägige Norm aus dem Jahr 2001 bot den Redakteuren einen roten Faden für den strukturierten Aufbau von Benutzeranleitungen und steckte deren Inhalte ab.

Anfang 2013 hat die EN 62079 einen Nachfolger bekommen. Die neue DIN EN 82079 ist zugleich auch eine internationale ISO-Norm – der Geltungsbereich wurde gegenüber der Vorgängernorm ausgeweitet. Dass die Anleitung ein unverzichtbarer Bestandteil jedes Produkts ist, hatte bereits die EN 62079 definiert. Darüber hinaus präzisiert die EN 82079 viele Anforderungen an die technische Dokumentation. Hier thematisieren wir die Voraussetzungen, die für die Anleitungserstellung erforderlich sind.

Für Maschinen im Sinne der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG betont die DIN EN 82079 das Erfordernis einer Risikobeurteilung gemäß DIN EN ISO 12100 als Grundlage jeder Betriebsanleitung. Unter Anderem erfasst die Risikobeurteilung die unvermeidlichen Restgefahren, die von einem Produkt ausgehen, und vor denen in der Benutzerdokumentation gewarnt werden muss. Hier müssen Entwickler und Konstrukteure frühzeitig tätig werden. Sie müssen

  • die Zuliefererdokumentationen analysieren
  • Gefährdungen identifizieren
  • Risiken einschätzen

und diese soweit wie möglich reduzieren.

Technische Redakteure können die Konstrukteure unterstützen, indem Sie die Risikobeurteilung moderieren und die Ergebnisse dokumentieren.

Das Minimieren des Haftungsrisikos ist generell ein guter Grund für das Erstellen einer normengerechten Risikobeurteilung. Insofern empfiehlt sich dies auch für Produkte, die nicht unter die Maschinenrichtlinie fallen.

Ebenfalls im Vorfeld muss laut EN 82079 eine Zielgruppenanalyse erfolgen. Diese Analyse hilft dabei, Betriebsanleitungen in Inhalt und Darstellung adressatengerecht zu konzipieren. In der Einleitung muss jede Zielgruppe anhand ihrer Fähigkeiten charakterisiert werden. Laut EN 82079 reicht für die Zielgruppenanalyse das bloße Hineinversetzen in verschiedene Anwendergruppen nicht aus. Erst empirische Tests bringen Gewissheit über den Bedarf und die Anforderungen der Menschen, die das Produkt samt Anleitung im Alltag einsetzen. Bei KONTECXT wird die Zielgruppenanalyse seit Langem routinemäßig und gestützt durch ein Analyseformular durchgeführt.

Auch für den Verfasser formuliert die neue Norm Voraussetzungen. Demnach müssen Technische Redakteure „fortgeschrittene Kompetenzen in der Kommunikation, speziell in der technischen Kommunikation“ sowie solide „Kenntnisse über die Prozesskette zur Erstellung von Gebrauchsanleitungen“ aufweisen.

Diesen Anforderungen entsprechen unsere Technischen Redakteure dank ihrer zertifizierten Ausbildung und ihres erworbenen Fachwissens. Darüber hinaus gewährleisten unsere DocCert-zertifizierten Redaktionsprozesse ein konstant hohes Qualitätsniveau. Beide Faktoren zusammen sind optimale Voraussetzungen für das Erfüllen der normativen Anforderungen.